Das Wunder von Walle

Am Sonntagabend gegen halb sieben war die Regionalligamannschaft des Hamburger SV klinisch tot: 1:4-Rückstand im ersten Playoff-Finalspiel beim Vorrundenchampion Weser Stars, die Erfahrung, noch nie in dieser Spielzeit in Bremen gewonnen zu haben und die Aussicht, das zweite schwere Spiel binnen 48 Stunden gehen zu müssen, während der Gegner ausgeruht in die Partie gehen konnte. Im Grunde eine hoffnungslose Angelegenheit.

Was sich dann allerdings im „Paradice“ im Bremer Stadtteil Walle abspielte, kann getrost zur Kategorie Wunder gezählt werden. Mit dem 2:4 im zweiten Drittel wurde die Wende eingeleitet. Die Mannschaft biss sich in die Partie zurück – woher sie nach dem schweren Freitagsspiel die Kraft nahm, wusste sie vermutlich selber nicht. Spätestens im letzten Drittel war klar: alles geht. Robin Richter und Matyas Kovacs sorgten für den verdienten Ausgleich, in Überzahl hätte kurz vor Schluss der regulären Spielzeit schon alles klar gemacht werden können. So ging es in die Verlängerung – mit einem finalen Showdown der besonderen Art: nach gespielten sechs Sekunden Strafe für Bremen – nach weiteren sechs Sekunden Siegtor für den HSV! Torschütze erneut Robin Richter. Einfach nur sensationell.

Mit einem Erfolg am Freitag in Stellingen im zweiten Spiel kann sich der HSV jetzt bereits den Meistertitel sichern. Moral und Mentalität stimmen im Team wie selten zuvor – und verleihen offensichtlich Flügel.

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